Nach der Installation der Microsoft-Sicherheitsupdates vom September 2026 kann es auf Windows-Systemen zu Problemen mit den Remotedesktopdiensten kommen. Besonders relevant ist der Fehler für Unternehmen, die Windows Server als Terminalserver beziehungsweise Remote Desktop Session Host einsetzen.
Je nach Umgebung können RDP-Verbindungen abbrechen, Anmeldungen fehlschlagen oder verschiedene Komponenten rund um die Remote Desktop Services nicht mehr zuverlässig reagieren.
Microsoft hat das Problem inzwischen bestätigt und stellt für betroffene Systeme eine Möglichkeit bereit, die problematische Änderung gezielt zurückzunehmen.
Welche Probleme können auftreten?
Das Fehlerbild kann sich je nach eingesetzter Windows-Version und Umgebung unterscheiden. Administratoren berichten unter anderem über folgende Symptome:
- RDP-Verbindungen werden unerwartet getrennt.
- Benutzer können sich nicht mehr am Terminalserver anmelden.
- Bestehende Remotedesktop-Sitzungen werden beendet.
- Der Server bleibt während der Remotedesktop-Konfiguration hängen.
- Die Microsoft Management Console reagiert teilweise nicht mehr.
- Werkzeuge zur Verwaltung der Remote Desktop Services reagieren nicht mehr korrekt.
- Der Windows Explorer kann auf betroffenen Systemen hängen bleiben.
- Teilweise treten zusätzliche Performance-Probleme auf.
Treten diese Probleme unmittelbar nach der Installation der Windows-Updates vom September 2026 auf, sollte zunächst geprüft werden, welche Updates auf dem betreffenden Server installiert wurden.
Besonders kritisch bei Terminalservern
Auf einem normalen Arbeitsplatzrechner ist eine gestörte RDP-Verbindung bereits ärgerlich. Auf einem Terminalserver kann das Problem jedoch innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Mitarbeiter gleichzeitig betreffen.
Unternehmen mit Remote Desktop Session Hosts oder einer größeren RDS-Umgebung sollten aktuelle Windows-Updates deshalb zunächst kontrolliert auf einzelnen Systemen testen.
Installierte Windows-Updates prüfen
Auf dem betroffenen Server kann zunächst mit PowerShell kontrolliert werden, welche Updates zuletzt installiert wurden.
Get-HotFix | Sort-Object InstalledOn -Descending | Select-Object -First 20
Dadurch werden die zuletzt installierten Hotfixes beziehungsweise Windows-Updates angezeigt.
Ist die betreffende KB-Nummer bereits bekannt, kann auch gezielt danach gesucht werden:
Get-HotFix -Id KBNUMMER
Die Zeichenfolge KBNUMMER muss dabei durch die tatsächlich zu prüfende KB-Nummer ersetzt werden.
Microsoft Known Issue Rollback als Lösung
Für das bekannte Problem stellt Microsoft einen sogenannten Known Issue Rollback, kurz KIR, bereit.
Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass nicht das komplette Windows-Sicherheitsupdate entfernt werden muss.
Stattdessen wird gezielt die Änderung zurückgenommen, die das bekannte Problem verursacht.
Gerade bei produktiven Windows-Servern ist dies in der Regel sinnvoller, als ein komplettes kumulatives Sicherheitsupdate wieder zu deinstallieren.
Wie funktioniert ein Known Issue Rollback?
Für verwaltete Windows-Systeme stellt Microsoft entsprechende Gruppenrichtlinien bereit.
Das zur Windows-Version passende KIR-Paket wird zunächst installiert. Anschließend steht eine zusätzliche administrative Vorlage innerhalb der Gruppenrichtlinien zur Verfügung.
Die betreffende Einstellung befindet sich anschließend unter:
Computerkonfiguration
→ Administrative Vorlagen
Dort kann die entsprechende Known-Issue-Rollback-Richtlinie konfiguriert werden.
Nach einer Änderung der Gruppenrichtlinie kann deren Aktualisierung beispielsweise mit folgendem Befehl ausgelöst werden:
gpupdate /force
Anschließend sollte der Server neu gestartet werden, damit die Änderung vollständig wirksam wird.
Warum steht die KIR-Richtlinie teilweise auf „Deaktiviert“?
Bei einem Known Issue Rollback wirkt die Bezeichnung innerhalb der Gruppenrichtlinie zunächst etwas ungewöhnlich.
Bei verschiedenen KIR-Richtlinien muss die betreffende Einstellung auf Deaktiviert gesetzt werden. Dadurch wird die fehlerhafte Änderung des ursprünglichen Updates deaktiviert.
Administratoren sollten deshalb immer die zum jeweiligen KIR gehörenden Hinweise von Microsoft beachten und nicht allein anhand der Bezeichnung der Gruppenrichtlinie entscheiden.
Known Issue Rollback über Active Directory verteilen
Wenn mehrere Terminalserver betroffen sind, muss die Änderung nicht zwingend auf jedem System einzeln vorgenommen werden.
In einer Active-Directory-Domäne kann die entsprechende Einstellung zentral über eine Gruppenrichtlinie verteilt werden.
Eine entsprechende GPO könnte beispielsweise folgendermaßen bezeichnet werden:
KIR - RDS September 2026
Die Gruppenrichtlinie sollte anschließend nur mit den Organisationseinheiten beziehungsweise Servern verknüpft werden, die tatsächlich von dem Problem betroffen sind.
Änderung zunächst auf einem Server testen
Bei mehreren produktiven Terminalservern sollte eine Änderung nicht sofort auf die gesamte Infrastruktur ausgerollt werden.
Ein kontrolliertes Vorgehen kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:
- Einen betroffenen Terminalserver auswählen.
- Installierte Windows-Version und Updates prüfen.
- Passenden Known Issue Rollback einrichten.
- Server neu starten.
- RDP-Anmeldungen mit mehreren Benutzern testen.
- Bestehende Sitzungen über einen längeren Zeitraum beobachten.
- Erst anschließend weitere Terminalserver umstellen.
Insbesondere bei einer RDS-Farm empfiehlt es sich, Server kontrolliert nacheinander zu aktualisieren beziehungsweise den Rollback anzuwenden.
Was tun, wenn der Server nicht mehr über RDP erreichbar ist?
Wenn ein Server nach einem Windows-Update überhaupt nicht mehr per Remote Desktop erreichbar ist, sollte auf einen alternativen administrativen Zugang zurückgegriffen werden.
Bei virtuellen Maschinen unter Hyper-V kann beispielsweise die direkte virtuelle Konsole über den Hyper-V-Manager beziehungsweise VMConnect genutzt werden.
Auch bei anderen Virtualisierungsplattformen sollte für kritische Systeme grundsätzlich ein Konsolenzugriff vorhanden sein, der unabhängig von RDP funktioniert.
Anschließend können die installierten Updates geprüft und weitere Maßnahmen durchgeführt werden.
Sollte das Windows-Update deinstalliert werden?
Eine vollständige Deinstallation des betreffenden Windows-Updates kann das Problem unter Umständen ebenfalls beheben.
Bei einem Sicherheitsupdate sollte dies jedoch nur als letzte Möglichkeit betrachtet werden.
Bei kumulativen Updates werden zahlreiche Sicherheitskorrekturen gemeinsam installiert. Wird das komplette Update entfernt, können daher auch Schwachstellen wieder vorhanden sein, die mit dem Update eigentlich geschlossen wurden.
Steht ein funktionierender Known Issue Rollback zur Verfügung, ist die gezielte Rücknahme der problematischen Änderung deshalb normalerweise die bessere Lösung.
Windows Updates trotzdem nicht dauerhaft deaktivieren
Fehlerhafte Updates führen verständlicherweise schnell dazu, dass Administratoren über ein dauerhaftes Deaktivieren von Windows Update nachdenken.
Gerade auf Servern ist dies jedoch aus Sicherheitsgründen keine empfehlenswerte Strategie.
Sinnvoller ist ein kontrolliertes Patchmanagement.
- Vor der Installation ein funktionierendes Backup sicherstellen.
- Aktuelle bekannte Probleme prüfen.
- Updates zunächst auf Testsystemen installieren.
- Terminalserver gestaffelt aktualisieren.
- RDP-Anmeldungen nach dem Update testen.
- Wichtige Anwendungen auf Funktion prüfen.
- Erst anschließend weitere Produktivsysteme aktualisieren.
Backups vor Windows-Updates nicht vergessen
Gerade bei produktiven Servern sollte vor umfangreichen Änderungen oder Windows-Updates ein aktuelles und überprüftes Backup vorhanden sein.
Ein Backup ist allerdings nur dann wirklich hilfreich, wenn auch regelmäßig geprüft wird, ob sich die gesicherten Systeme und Daten tatsächlich wiederherstellen lassen.
Bei kritischen Terminalserver-Umgebungen sollte daher neben dem Patchmanagement auch eine funktionierende Backup- und Wiederherstellungsstrategie vorhanden sein.
Fazit
Die Windows-Sicherheitsupdates vom September 2026 können insbesondere in Terminalserver- und RDS-Umgebungen zu erheblichen Problemen führen.
Wer nach einem Update plötzlich mit getrennten RDP-Sitzungen, fehlgeschlagenen Anmeldungen oder ungewöhnlichem Verhalten eines Windows Servers konfrontiert wird, sollte deshalb zunächst die zuletzt installierten Windows-Updates überprüfen.
Mit einem Known Issue Rollback bietet Microsoft eine Möglichkeit, problematische Änderungen gezielt zurückzunehmen, ohne dafür zwangsläufig das komplette Sicherheitsupdate entfernen zu müssen.
Für Unternehmen empfiehlt sich grundsätzlich ein kontrollierter Patch-Prozess, bei dem Updates zunächst getestet und anschließend gestaffelt auf produktiven Servern verteilt werden.
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