Cyberangriffe sind längst kein Problem mehr, das ausschließlich große Konzerne oder internationale Unternehmen betrifft. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen geraten zunehmend ins Visier professioneller Angreifer.
Ein aktueller Bericht des WDR vom 26. Juli 2026 zeigt, wie ernst die Situation inzwischen auch in Nordrhein-Westfalen ist. Ransomware, gestohlene Zugangsdaten, Phishing und ausgenutzte Sicherheitslücken können Unternehmen innerhalb kürzester Zeit handlungsunfähig machen.
Für Unternehmen stellt sich deshalb nicht mehr nur die Frage, wie ein Cyberangriff verhindert werden kann. Mindestens genauso wichtig ist:
Wie schnell erkennen wir einen Angriff – und wie schnell können wir danach wieder arbeiten?
Cyberangriffe auf Unternehmen in NRW nehmen zu
Laut WDR wurden beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2024 insgesamt 179 Unternehmen als Opfer von Ransomware-Angriffen erfasst. Die tatsächliche Zahl dürfte allerdings deutlich höher liegen, da längst nicht jeder Sicherheitsvorfall bei der Polizei oder öffentlich gemeldet wird.
Auch die finanziellen Auswirkungen sind erheblich. Nach einer vom WDR genannten Bitkom-Befragung bezifferten deutsche Unternehmen die durch Cyberangriffe verursachten Schäden für das Jahr 2025 auf insgesamt 202 Milliarden Euro.
Dabei entstehen Schäden nicht nur durch gestohlene oder verschlüsselte Daten. Produktionsausfälle, nicht erreichbare Server, unterbrochene Geschäftsprozesse, Wiederherstellungskosten, forensische Untersuchungen und der Austausch kompromittierter Systeme können die Kosten eines Angriffs erheblich erhöhen.
Cybercrime ist längst ein professionelles Geschäftsmodell
Cyberkriminalität hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Hinter vielen Angriffen stehen heute professionell organisierte Gruppen, die arbeitsteilig vorgehen.
Gestohlene Zugangsdaten werden gehandelt, Angriffsinfrastruktur wird bereitgestellt und Ransomware kann teilweise von anderen Kriminellen als fertige Dienstleistung genutzt werden. Damit sinkt gleichzeitig die technische Einstiegshürde für Angreifer.
Der WDR beschreibt, dass Täter teilweise über Monate unbemerkt innerhalb eines Unternehmensnetzwerks aktiv bleiben, bevor Daten gestohlen, Systeme verschlüsselt oder Unternehmen erpresst werden.
Das zeigt sehr deutlich: Eine Firewall und ein Virenscanner allein reichen für eine moderne IT-Sicherheitsstrategie nicht mehr aus.
Kleine und mittelständische Unternehmen sind attraktive Ziele
Gerade kleinere Unternehmen gehen teilweise noch davon aus, dass sie für Cyberkriminelle kein interessantes Ziel darstellen. Diese Annahme ist gefährlich.
Angreifer suchen nicht zwangsläufig nach bekannten Unternehmensnamen. Automatisierte Systeme durchsuchen das Internet permanent nach erreichbaren Diensten, veralteter Software, bekannten Sicherheitslücken, Fehlkonfigurationen und kompromittierten Zugangsdaten.
Ein Unternehmen muss deshalb nicht gezielt ausgewählt worden sein, um zum Opfer eines Angriffs zu werden. Eine ungepatchte Anwendung oder ein kompromittierter Benutzerzugang kann bereits ausreichen.
Besonders problematisch ist, dass kleine und mittelständische Unternehmen häufig keine eigene IT-Sicherheitsabteilung besitzen. Gleichzeitig hängen nahezu sämtliche Geschäftsprozesse von funktionierenden IT-Systemen ab: Server, Microsoft 365, E-Mail, Cloud-Dienste, Netzwerke, Fachanwendungen und Produktionssysteme.
Fehlende Updates bleiben ein großes Sicherheitsrisiko
Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Cyberangriffe ist gleichzeitig eine der grundlegendsten: Systeme und Anwendungen müssen aktuell gehalten werden.
Im vom WDR beschriebenen Angriff auf die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft nutzten Täter zunächst eine Sicherheitslücke in einer eingesetzten Software. Monate später erfolgte schließlich der eigentliche Ransomware-Angriff.
Das verdeutlicht, wie wichtig ein strukturiertes Patch-Management ist.
Dabei reicht es nicht aus, lediglich Windows oder Windows Server zu aktualisieren. Auch Browser, PDF-Anwendungen, Laufzeitumgebungen, Office-Anwendungen, Serverdienste und andere eingesetzte Drittanbieter-Software können Sicherheitslücken enthalten.
Updates sollten in Unternehmensumgebungen allerdings nicht unkontrolliert installiert werden. Abhängig von Kritikalität und System müssen Sicherheitsupdates bewertet, getestet und innerhalb geeigneter Wartungsfenster verteilt werden.
Managed Services: Probleme erkennen, bevor daraus Ausfälle werden
IT-Sicherheit besteht nicht daraus, Systeme einmal einzurichten und anschließend sich selbst zu überlassen. Eine IT-Infrastruktur verändert sich permanent.
Neue Software wird installiert, Updates werden veröffentlicht, Dienste können ausfallen, Festplatten laufen voll, Backup-Jobs schlagen fehl und Sicherheitsmeldungen können auf ungewöhnliche Vorgänge hinweisen.
Genau hier setzen Managed Services und Remote Monitoring & Management an.
Systemhaus Schulz unterstützt Unternehmen dabei, Server und Arbeitsplatzrechner zentral zu überwachen und den Zustand der IT-Infrastruktur kontinuierlich im Blick zu behalten.
Zu unseren Leistungen gehören unter anderem:
- Remote Monitoring & Management von Servern und Arbeitsplatzrechnern
- zentrales Patch-Management
- Überwachung wichtiger Windows- und Serverdienste
- Kontrolle von Systemzuständen und Ressourcen
- Inventarisierung eingesetzter Hard- und Software
- Überwachung von Datensicherungen
- regelmäßige Wartung der IT-Systeme
- Unterstützung bei Störungen und IT-Problemen
Mehr über unsere Managed Services erfahren
Das Ziel besteht darin, Probleme möglichst frühzeitig zu erkennen – bevor daraus ein größerer Ausfall oder Sicherheitsvorfall entsteht.
Monitoring wird für die IT-Sicherheit immer wichtiger
Ein kompromittiertes System fällt nicht zwangsläufig sofort auf. Angreifer versuchen häufig, sich möglichst unauffällig im Netzwerk zu bewegen, weitere Systeme zu erreichen und zusätzliche Berechtigungen zu erlangen.
Deshalb müssen Unternehmen nicht nur versuchen, Angriffe zu verhindern. Sie müssen auch in der Lage sein, ungewöhnliche Vorgänge möglichst früh zu erkennen.
Dazu können – abhängig von der jeweiligen Umgebung – unter anderem zentrale Überwachung, Endpoint-Security, Protokollierung, Ereignisanalyse und Security-Monitoring eingesetzt werden.
Je früher ein Sicherheitsvorfall erkannt wird, desto größer ist die Chance, den Schaden zu begrenzen.
Datensicherung ist die letzte Verteidigungslinie
Selbst mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen lässt sich ein erfolgreicher Cyberangriff niemals vollständig ausschließen. Deshalb gehört eine funktionierende Datensicherung zu jedem Sicherheitskonzept.
Dabei reicht es nicht aus, lediglich irgendein Backup einzurichten.
Eine professionelle Backup-Strategie sollte unter anderem klären:
- Welche Systeme und Daten sind geschäftskritisch?
- Wie häufig müssen diese Daten gesichert werden?
- Wie lange müssen Sicherungen aufbewahrt werden?
- Wie werden Backups gegen Manipulation und Verschlüsselung geschützt?
- Gibt es Sicherungen außerhalb der produktiven Infrastruktur?
- Wie schnell können Server und Daten wiederhergestellt werden?
- Wer kontrolliert, ob die Sicherungen tatsächlich erfolgreich waren?
Ein erfolgreich ausgeführter Backup-Job ist noch kein Beweis dafür, dass sich die Daten im Ernstfall auch tatsächlich wiederherstellen lassen.
Deshalb sollten Wiederherstellungsverfahren regelmäßig geprüft und die wichtigsten Systeme in eine Wiederanlaufplanung aufgenommen werden.
Was passiert, wenn morgen früh kein Server mehr funktioniert?
Der eigentliche Cyberangriff ist häufig nur der Beginn des Problems. Danach muss ein Unternehmen innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Entscheidungen treffen.
Zum Beispiel:
- Welche Systeme müssen sofort vom Netzwerk getrennt werden?
- Wer ist intern für die Koordination verantwortlich?
- Wer verständigt den IT-Dienstleister?
- Welche Systeme sind möglicherweise kompromittiert?
- Welche Zugangsdaten müssen geändert werden?
- Welche Daten müssen zuerst wiederhergestellt werden?
- Wie können Mitarbeiter weiterarbeiten?
- Welche externen Stellen müssen informiert werden?
Diese Fragen sollten nicht erst beantwortet werden, wenn Server bereits verschlüsselt wurden.
Ein IT-Notfallplan definiert Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Wiederanlaufprozesse bereits vor einem Sicherheitsvorfall.
Ein Cyberangriff kann Unternehmen wochenlang beschäftigen
Wie weitreichend die Auswirkungen sein können, zeigt auch der im WDR dargestellte Ransomware-Fall. Nach dem Angriff musste die betroffene Organisation ihre Server sowie rund zwei Drittel der eingesetzten Laptops ersetzen. Bis der reguläre Betrieb wieder vollständig möglich war, verging etwa ein Monat.
Bei anderen Unternehmen können Produktionsstillstände, Datenverluste oder langwierige Wiederherstellungsarbeiten noch deutlich schwerwiegendere Folgen haben.
Gerade für kleinere Unternehmen kann ein längerer IT-Ausfall schnell existenzbedrohend werden.
Auch Mitarbeiter gehören zur IT-Sicherheit
Technische Schutzmaßnahmen sind unverzichtbar – sie können jedoch nicht jeden Angriff verhindern.
Phishing-Mails werden zunehmend professioneller. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz lassen sich heute sprachlich korrekte und glaubwürdig formulierte Nachrichten in großer Zahl erzeugen.
Angreifer versuchen beispielsweise, Mitarbeiter dazu zu bringen:
- gefälschte Microsoft-365-Anmeldeseiten aufzurufen,
- schädliche Dateianhänge zu öffnen,
- unbekannte Programme auszuführen,
- Passwörter oder Zugangsdaten preiszugeben,
- unerwartete MFA-Anfragen zu bestätigen oder
- Überweisungen und Änderungen von Bankverbindungen durchzuführen.
Der WDR berichtet unter Berufung auf eine Befragung von mehr als 1.100 Beschäftigten in NRW, dass zwei von drei Befragten auf Firmengeräten bereits aus Neugier riskante Aktionen durchgeführt haben, beispielsweise unbekannte Links angeklickt oder Anhänge geöffnet.
Regelmäßige Awareness-Schulungen und klare interne Meldewege gehören deshalb ebenso zu einer IT-Sicherheitsstrategie wie Firewall, Endpoint-Security und Backup.
Passwörter und Benutzerkonten absichern
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Absicherung von Benutzerkonten. Wiederverwendete oder kompromittierte Passwörter können Angreifern den direkten Zugang zu Unternehmenssystemen ermöglichen.
Insbesondere Cloud-Dienste wie Microsoft 365 sollten deshalb durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen geschützt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Mehrfaktor-Authentifizierung
- individuelle Benutzerkonten
- sichere Kennwortrichtlinien
- regelmäßige Prüfung von Administratorrechten
- Trennung administrativer und normaler Benutzerkonten
- Überwachung verdächtiger Anmeldevorgänge
- Deaktivierung nicht mehr benötigter Konten
IT-Sicherheit muss aus mehreren Schutzschichten bestehen
Es gibt keine einzelne Software, die ein Unternehmen vollständig gegen Cyberangriffe schützen kann.
Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen.
Firewall und Netzwerk
Netzwerkzugriffe müssen kontrolliert und unterschiedliche Systeme sinnvoll voneinander getrennt werden. Eine kompromittierte Arbeitsstation sollte einem Angreifer nicht automatisch Zugriff auf sämtliche Server, Backups und Netzwerkgeräte ermöglichen.
Endpoint-Security
Server und Arbeitsplatzrechner benötigen Schutz vor Schadsoftware und verdächtigem Verhalten. Moderne Sicherheitslösungen gehen dabei deutlich über einen klassischen Virenscanner hinaus.
Patch-Management
Bekannte Sicherheitslücken müssen zeitnah und kontrolliert geschlossen werden. Das betrifft Betriebssysteme genauso wie eingesetzte Drittanbieter-Anwendungen.
Monitoring
Systemausfälle, fehlgeschlagene Updates, Sicherheitsmeldungen und ungewöhnliche Zustände sollten erkannt werden, bevor daraus größere Probleme entstehen.
Backup und Wiederherstellung
Geschäftskritische Daten müssen unabhängig gesichert und im Ernstfall innerhalb eines definierten Zeitraums wiederhergestellt werden können.
Microsoft-365-Sicherheit
Benutzerkonten, E-Mail-Kommunikation und Cloud-Daten müssen durch geeignete Zugriffs- und Sicherheitsrichtlinien geschützt werden.
Mitarbeiterschulungen
Mitarbeiter müssen typische Angriffsmethoden kennen und wissen, wie sie bei verdächtigen E-Mails, Anmeldungen oder anderen Auffälligkeiten reagieren sollen.
Notfallplanung
Auch bei guter Vorbereitung kann ein erfolgreicher Angriff niemals vollständig ausgeschlossen werden. Deshalb muss bereits vorher feststehen, wie bei einem Sicherheitsvorfall reagiert wird.
NIS-2 erhöht den Handlungsdruck
Zusätzlichen Handlungsbedarf schafft NIS-2. Der WDR berichtet unter Berufung auf das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, dass seit Anfang 2026 rund 29.500 Unternehmen in Deutschland die entsprechenden Anforderungen erfüllen müssen.
Zu den im WDR genannten Bereichen gehören unter anderem Notfallplanung, Datensicherungen, Schulungen von Beschäftigten, Meldungen von Sicherheitsvorfällen und die Berücksichtigung der IT-Sicherheit innerhalb der Lieferkette.
Doch unabhängig davon, ob ein Unternehmen unmittelbar von NIS-2 betroffen ist, sind viele dieser Maßnahmen grundlegende Bestandteile einer professionell betriebenen IT-Infrastruktur.
IT-Sicherheit mit Systemhaus Schulz
Systemhaus Schulz unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen in Lünen, Dortmund und im Ruhrgebiet beim Aufbau, Betrieb und der Absicherung ihrer IT-Infrastruktur.
Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Produkte, sondern die gesamte Umgebung:
- Server und Arbeitsplatzrechner
- Netzwerk und Firewall
- Microsoft 365
- Endpoint-Security
- Patch-Management
- Remote Monitoring & Management
- Datensicherung und Backup
- Cloud- und Hosting-Systeme
- Wartung und Betreuung der IT-Infrastruktur
Das Ziel ist nicht, eine hundertprozentige Sicherheit zu versprechen – denn diese gibt es nicht.
Unser Ziel ist es, Angriffe deutlich zu erschweren, Risiken frühzeitig zu erkennen, Ausfälle zu reduzieren und Unternehmen im Ernstfall möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu machen.
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Wie gut ist Ihr Unternehmen vorbereitet?
Wann wurden Ihre Server und Arbeitsplatzrechner zuletzt vollständig überprüft?
Wer kontrolliert, ob wichtige Sicherheitsupdates tatsächlich installiert wurden?
Wird regelmäßig überprüft, ob Ihre Datensicherung funktioniert?
Sind Microsoft-365-Konten ausreichend geschützt?
Wer erhält eine Meldung, wenn ein wichtiger Dienst auf einem Server ausfällt?
Und gibt es einen konkreten Plan für den Fall, dass morgen früh kein Server mehr erreichbar ist?
Systemhaus Schulz unterstützt Unternehmen bei der Analyse bestehender IT-Umgebungen, der Identifikation technischer Risiken und dem Aufbau geeigneter Sicherheits-, Monitoring- und Backup-Lösungen.
IT-Sicherheit beginnt nicht erst nach einem Angriff.
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Quelle und weiterführende Informationen:
WDR: „Viele NRW-Betriebe auf Cyberangriffe schlecht vorbereitet“, Stand 26.07.2026.
Zum Beitrag auf WDR.de